LENGOW - Strategien für die Marktplatzanbindung

Interview mit Jim Knopf – Managing Director DACH bei LENGOW

In der Interview-Reihe „igniti fragt nach“ beleuchten wir alle Themen rund um die Digitalisierung. In Expertengesprächen zeigt Janine Poser, Head of E-Commerce, Trends und ungenutzte Möglichkeiten auf und entlockt ihren Gesprächspartnern den ein oder anderen spannenden Tipp, um sich in der digitalen Welt zu behaupten.

Jim Knopf – Managing Director DACH bei LENGOW im Expertengespräch mit Janine Poser (Head of E-Commerce, igniti GmbH) über die Marktplatzanbindung mit LENGOW.

Janine Poser:
Herzlich willkommen Jim Knopf zu unserer Interviewreihe „igniti fragt nach“, heute hier von der dmexco. Vielleicht kannst erst kurz was zu dir und deiner Company sagen.

Jim Knopf:
Mein Name Jim Knopf, ja das ist wirklich so. Ich bin seit ungefähr einem Jahr jetzt bei Lengow, verantwortlich für den deutschen Markt, eigentlich für den DACH Markt, aber natürlich mit Focus auf Deutschland, weil es der größere Marktanteil ist. Was ist Lengow? Lengow ist Produkt Feed Optimierer, das heißt Kunden, die ihre Produkte auf Marktplätzen oder auf anderen Marketing Channels verkaufen wollen, haben immer die die Herausforderung dort angeschlossen zu werden. Das heißt die Entwickler haben einen recht hohen Aufwand [den Markt] dort anzuschließen und wir nehmen diese Hürde ab. Das heißt der Kunde kann sehr einfach an Marktplätze, an Marketingkanäle angeschlossen werden und die Daten dann auch noch optimieren in unserem System.

Janine Poser:
OK, und was macht Lengow dabei besser als die Konkurrenz?

Jim Knopf:
Wir sind auf sehr vielen Marktplätzen, dass ist das eine; es gibt so eine gewisse Kerngröße an Marktplätzen, die natürlich die Kunden haben möchten, wo man sein muss. Als Beispiel Amazon, eBay, Allyouneed, Otto. Das heißt, es sind Bedürfnisse, dort zu sein. Und für Kunden die dann auch sagen „Ok, ich will weiterwachsen, ich will europäisch wachsen“ – da ist Lengow eigentlich ganz klar die Nummer eins, weil wir sehr, sehr viele europäische Länder haben und dort auch auf Marktplätzen und auf Marketingtkanälen vertreten sind.

Janine Poser:
Heutzutage hört man oft die These, Marktplätze werden die eigenen Online-Shops verdrängen. Wie stehst du dazu?

Jim Knopf:
Also ich vergleiche das immer so ein bisschen mit dem ganz normalen täglichen Leben. Wenn ich heute durch Düsseldorf laufe oder ich laufe durch München oder ich laufe durch Stuttgart: ich habe dort immer dieselben Ladengeschäfte die ich dort vorfinden werde, die gleichen Ketten. Dieses System adaptiere ich jetzt mal auf das Internet. Das heißt ich habe dann bei Amazon irgendwann immer die gleichen Händler die auch bei eBay sind, die bei Allyouneed sind und die bei anderen Marktplätzen vertreten sind. Das heißt es wird alles relativ gleich und sehr homogen, das heißt der User entscheidet nur, kauf ich über Amazon oder kaufe ich auf einem anderen Marktplatz? Die Individualität wird verloren gehen.
Aber natürlich, wenn ich jetzt wieder den Vergleich mache mit Städten,
es gibt viele kleine Boutiquen und Ladengeschäfte die außerhalb dieser Fußgängerzone sind, die auch existieren durch Service, durch andere Angebote. Und so wird es im Internet auch passieren. Das heißt ich werde einen Marktplatz haben, wo ich die üblichen Verdächtigen antreffen werde. Aber ich habe natürlich auch sehr, sehr viele kleine Nischen die außerhalb der Marktplätze sind, die gar nicht gelistet sein wollen oder auch nicht können. Und da denke ich, es wird mit Sicherheit so ein Fußgängerzonenthema werden, auch im Internet. Aber es wird nicht alles verdrängen.

Janine Poser:
OK. Kommen wir mal zu der Startphase. Welche Voraussetzungen braucht man als Händler um auf Lengow wirklich starten zu können?

Jim Knopf:
Das ist für Lengow relativ simpel. Das heißt ein Händler braucht seine Produkte und entsprechende Produktdaten und die Hürde ist da sehr, sehr niedrig. Also er kann tatsächlich bei uns eine Datei aus Excel nehmen, mit einem Upload. Und ab dem Moment sind die Produkte bei uns im System indiziert und können ausgeliefert werden. Das ist so wirklich, mit der Hand am Arm ziehe ich die Daten rein und es ist erledigt. Natürlich macht der größere Händler das nicht, sondern der macht dann einen FTP-Upload der Daten oder er macht das per Schnittstelle oder per API oder mit einem Plugin. Also wir machen das dem Kunden auch leicht. Wir bieten für gängige Shopsysteme natürlich auch die entsprechenden Plugins an, Shopware oder Magento, da ist das Plug und Play – das Modul aktivieren, Zugangsdaten mehr oder weniger eingeben, konfigurieren und dann ist es fertig.

Janine Poser:
OK, und gibt es darüber hinaus noch Themen wo du sagst, darüber sollte man sich für eine sinnvolle Marktplatzstrategie auch Gedanken machen oder ist es tatsächlich Trial & Error?

Jim Knopf:
Ich sag mal jeder Marktplatz ist so eine gewisse Subkultur. Ich muss mir überlegen zum einen, wo möchte ich platziert sein und ich muss auch wissen, wenn ich mich rein auf Marktplätze verlasse, begebe ich mich in Abhängigkeit. Das heißt jeder der sagt, ich verkaufe nur auf Amazon und das ist mein Haupterwerbszweig, der macht das so lange, bis er mal abgestraft wird und gedelistet wird. Man muss natürlich auch schon wissen: es gibt Risiken. Und wenn ich mich natürlich auf einen Marktplatz konzentriere und sage ich gehe nur dort hin und er erhöht die Gebühren, dann muss ich entweder mitgehen oder mein Unternehmen wird sterben. Das heißt man muss schon schauen, dass man die Vielfalt beibehält, dass man möglichst breit aufgestellt ist. Aber natürlich für einen Markteintritt ist ein Marktplatz das beste Mittel der Wahl.

Janine Poser:
OK. Super, dann danke ich dir für die Zeit heute hier auf der dmexco und wünsche dir noch einen angenehmen Tag.

Jim Knopf:
Wünsche ich auch. Dankeschön.